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Donnerstag, 18. Oktober 2018
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(Un)Gleichzeitigkeiten: Die demokratische Frage im 21. Jahrhundert

307 pages ·  34.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-89518-867-1 (July 2011 )

 
 
Der Sammelband vermisst anhand exemplarischer Konfliktfelder die Herausforderungen an Demokratie als politische, gesellschaftliche und kulturelle Ordnung im 21. Jahrhundert. Wie vollbringt die Demokratie, deren Existenzberechtigung nicht nur auf politische, sondern auch auf ökonomische, kulturelle und soziale Konstellationen Rücksicht nehmen muss, das Kunststück, moderne Gesellschaften trotz ihrer Pluralität und Heterogenität zusammenzuhalten? Und in welchen gegenwärtigen und zukünftigen gesellschaftlichen Feldern zeichnen sich Konstellationen ab, die ihr gefährlich werden können?

Die Frage nach Krise und Zukunft der Demokratie scheint auf den ersten Blick so aktuell zu sein wie schon lange nicht mehr. Auf der einen Seite wird der Diskurs von Colin Crouchs pessimistischer These von der Postdemokratie bestimmt. Auf der anderen Seite offenbaren so unterschiedliche Phänomene wie der arabische Frühling oder der Protest der deutschen Wutbürger, dass die Idee der Teilhabe Potenzial besitzt für eine demokratische Erneuerung der Gesellschaft. ?Die Debatte darüber, dass die Demokratie in der Krise ist, ist eines der Wesensmerkmale der Demokratie und so alt wie sie selbst? (19), konstatieren allerdings Andreas Langenohl und Jürgen Schraten. Als Herausgeber der Festschrift für den Gießener Soziologen Helmut Dubiel ist ihnen die nicht ganz leichte Aufgabe zugefallen, zwölf inhaltlich wie normativ sehr unterschiedliche Beiträge einzuleiten. Während die Frage von Gewalt und Herrschaft in der Demokratie und hier besonders Dubiels Konzept des gehegten Konflikts manche Autoren verleitet, sich mit grundlegenden Fragen der demokratischen Kultur auseinanderzusetzen, orientieren sich andere stärker an praktischen Beispielen. Claus Leggewie sinniert etwa unter dem Titel "Die demokratische Frage heute" über die ökologischen Herausforderungen und Andreas Langenohl untersucht die russische Jugendorganisation Naschi. In zwei weiteren Beiträgen werden die antisemitische Israelkritik beziehungsweise rechtsradikale Einstellungen thematisiert. Herauszuheben ist Martina Ritters Beitrag. Sie nimmt in Anschluss an Dubiels Demokratietheorie und in Abgrenzung zu Crouch eine Tour d?horizon vor, die von den Anforderungen einer partizipativen Demokratie über die Wechselwirkung von privatem und politischem Feld bis hin zum Rollenverständnis von Regierung und Bürger reicht. Bemerkenswert ist dabei die Einschätzung, wonach die "Chance auf demokratische Beteiligung [...] in den letzten Jahrzehnten unermesslich gestiegen" (133) sei, zugleich aber Partizipation nicht mehr als politische, sondern mehr als gesellschaftliche Partizipation verstanden werde.


Die Autoren
Prof. Dr. Andreas Langenohl
Andreas Langenohl

Andreas Langenohl arbeitet zu Themen der politischen und Kultursoziologie, der Modernisierungstheorie und der Finanzsoziologie. Sein Buch „Finanzmarkt und Temporalität: Imaginäre Zeit und die kulturelle Repräsentation der Gesellschaft“ (2007) wurde mit dem Karl-Polanyj-Preis der Sektion „Wirtschaftssoziologie“ in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie für eine herausragende Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Wirtschaftssoziologie ausgezeichnet. Seit 2010 ist er Professor für Soziologie mit Schwerpunkt Allgemeiner Gesellschaftsvergleich an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

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Dr. Jürgen Schraten
Jürgen Schraten

lehrt seit 2006 Soziologie an der Universität Gießen, gegenwärtig als Professurvertretung für Mediensoziologie. Er ist Studiengangsentwickler des Masters “Gesellschaft und Kulturen der Moderne” und hat Arbeits- und Forschungsschwerpunkte in der Wirtschafts- und Rechtssoziologie, Gesellschaftstheorie sowie Psychoanalyse und deren Kritik.

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