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Demokratie versus Markt

Politik und Ökonomie bei Friedrich Hayek und Karl Polanyi

"Hochschulschriften"  · volume 164

305 pages ·  34.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1398-5 (Dezember 2019 )

 
lieferbar in stock

 
 

Die akademische Debatte rund um den Antagonismus "Hayek versus Polanyi" konzentriert sich primär auf die Kritik neoliberaler Politik. Das aktuelle marktliberale Politikmuster à la Hayek wird durch polanyische Argumente in Frage gestellt. Im Zentrum der Debatte stehen die katastrophalen sozialpolitischen Konsequenzen der Marktideologie: u.a. globale Armut, soziale Ungleichheit, politische Instabilität, Demokratieverlust, Aufstieg des Rechtspopulismus sowie die Zerstörung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Natur. Anhand Polanyis Theorie der Einbettung der Ökonomie in die Gesellschaft werden staatliche Maßnahmen zur Regulierung entfesselter Märkte gefordert. Polanyi wird im Gegensatz zu Hayek als Verfechter einer regulierten Marktwirtschaft verstanden.

In dieser Arbeit wird der Versuch unternommen, über diese gängige Interpretation hinauszugehen. Es wird gezeigt, dass der relevante Unterschied zwischen den Sozialphilosophien Hayeks und Polanyis nicht nur auf einer wirtschafts-, sondern auf einer moralpolitischen Ebene zu finden ist. Die Möglichkeit der Freiheit unter der Bedingung einer komplexen Gesellschaft steht hier auf dem Spiel. Hayek glaubt, dass der Markt die notwendige Bedingung der Eigenverantwortung und somit der individuellen Freiheit ist. Im Gegensatz dazu argumentiert Polanyi, dass die Übernahme individueller Teilverantwortung für die gesellschaftlichen Konsequenzen des eigenen Handelns durch das unübersichtliche Marktgeschehen erschwert wird. Sozialphänomene wie Armut, Arbeitslosigkeit, ökonomische und ökologische Krisen sind unter der Voraussetzung des Marktes niemandes Verantwortung. Ist die Übernahme individueller sowie sozialer Verantwortung nicht möglich, dann ist Freiheit ein leeres Wort. Die hayekianische Marktordnung stellt darum eine Dystopie dar, da sie die Sphäre individueller und politischer Verantwortung beschränkt und somit die Grundlagen der Moral und der Demokratie gefährdet.

Polanyis Auseinandersetzung mit dem Freiheitsbegriff und dem Übersichtsprinzip wird anhand der Frühschriften des Autors, die bis jetzt nur eine Nebenrolle in der Rezeption Polanyis spielen, dargestellt.


"Die Coronakrise zeigt wieder einmal, und diesmal weltweit und zeitgleich, wie demokratische Staaten und marktwirtschaftliche Ökonomien ticken. In Deutschland ist man jedenfalls ganz froh, dass sich der Staat vertrauenswürdig und tatkräftig um das Nötige kümmert. Und es lässt sich nicht verdrängen, dass ein Gesundheitssystem, das in den letzten Jahrzehnten immer mehr privatisiert worden ist, ganz spezifische Defizite aufweist, was die Personalausstattung und die Krisenvorsorge betrifft. Wieder einmal eine gute Gelegenheit, sich dem Thema Demokratie versus Markt zuzuwenden. Paula Valderrama tut dies in ihrer Berliner Dissertationsschrift mit einer beeindruckenden Systematik. Sie vergleicht Friedrich Hayek, der bekanntlich voll auf den Markt als ideale Institution setzt, wenn es um die Koordination von Individuen und die Suche nach optimalen gesellschaftlichen Lösungen geht, und Karl Polanyi, der weitestgehend auf die Demokratie setzt, weil nur sie der gesellschaftlichen Entbettung anonymer Märkte etwas entgegenzusetzen vermag. Valderrama geht es aber nicht einfach um die Frage, wieviel Regulierung Märkte brauchen, sondern sie fragt nach der Möglichkeit von Freiheit und Verantwortung in einer komplexen Gesellschaft. Damit geht für sie auch die Frage nach Gerechtigkeit und moralischem Fortschritt einher. Sie macht darauf aufmerksam, dass die Beantwortung dieser Fragen auch vom Demokratiebegriff abhängt, ob Demokratie nämlich nur als formale Herrschaftsform begriffen wird, wie Hayek dies tut, oder aber auch als materiale Gesellschafts- und Lebensform wie bei Polanyi. Der Klappentext des Buches fasst das gut begründete und klar parteiergreifende Ergebnis des Vergleichs zwischen Hayek und Polanyi prägnant zusammen: "Sozialphänomene wie Armut, Arbeitslosigkeit, ökonomische und ökologische Krisen sind unter der Voraussetzung des Marktes niemandes Verantwortung. Ist die Übernahme individueller wie sozialer Verantwortung nicht möglich, dann ist Freiheit ein leeres Wort. Die hayekianische Marktordnung stellt darum eine Dystopie dar, da sie die Sphäre individueller und politischer Verantwortung beschränkt und somit die Grundlagen der Moral und der Demokratie gefährdet." Valderrama verweist auch auf die Geistesverwandtschaft zwischen Hayek und rechtsorientierten politischen Bestrebungen. Dass mehrere AfD-Spitzenpolitiker auch Mitglieder in der August-von-Hayek-Gesellschaft sind, zeigt, wie Recht sie hat."




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