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Utopien und Sozialpolitik

Über die Orientierungsfunktion von Gesellschaftsmodellen

"Schriften zu Transformationen in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft"  · volume 2

258 pages ·  26.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1411-1 (27. April 2020 )

 
lieferbar in stock

 
 

Können utopische Gesellschaftsentwürfe Orientierung für die Sozialpolitik geben? Der Band bejaht diese Frage. Beginnend mit einem Überblick über die vielfältigen Utopieformen und einer Auseinandersetzung mit der Kritik an utopischem Denken stehen verschiedene Realutopien im Zentrum des Bandes: Die Überlegungen unterschiedlicher Denker - von Eduard Heimann über Eric Olin Wright bis hin zu Jürgen Habermas und Harald Welzer - werden auf ihren utopischen Gehalt und ihren Charakter als Sozialgestalt im Sinne konsistenter Gesellschaftsentwürfe hin überprüft. Es werden Transformationswege für die Umsetzbarkeit der Utopien diskutiert und ihre Funktion für sozialpolitische Reformen erörtert. Dabei werden u.a. Gerechtigkeits-, Partizipations- und Nachhaltigkeitsfragen aufgeworfen sowie Bezüge zu aktuellen Protestbewegungen hergestellt. Der Band macht deutlich, dass Gesellschaftsutopien in einem relativen und realorientierten Verständnis wichtige Anregungen und Orientierungen für Reformen der Sozialpolitik bereithalten können. Utopien kommt gerade, aber nicht nur in Krisenzeiten ein erheblicher gesellschaftspolitischer Orientierungswert zu, der für die Transformation von Sozialpolitik impulsgebend sein kann.


1. Einleitung

2. Eine kleine Geschichte der Utopien: Utopieformen und Utopiekritik

3. Realutopien als Sozialgestalten

4. Transformationswege: Von der utopischen Intention zur Umsetzung

5. Soziale Utopien des 21. Jahrhunderts

6. Die Funktion der Utopien für sozialpolitische Reformen

7. Gesellschaftliche Entwicklungen und Chancen für utopische Sozialpolitik

8. Ausblick

Pro Zukunft 4/2020, S. 12

"In ihrer umfangreichen Analyse bewerten Kubon-Gilke und Maier-Rigaud diverse Ansätze wie einen "demokratischen Sozialismus" (Heimann, Wright), einen "progressiven Kapitalismus" (Stiglitz), den herrschaftsfreien Diskurs (Habermas), die "reduktive Moderne" (Welzer), die christliche Sozialethik, die Genossenschaftsbewegung sowie Modelle der Wirtschaftsdemokratie mit neuen Eigentümerrechten (Varoufakis u. a.) oder Staatsbeteiligungen und Staatsfonds (Corneo, Atkinson). In der Reflexion des Übergangs vom "Kausal- zum Finalprinzip" (S. 155), also von der defizitorientierten hin zu einer präventiven Sozialpolitik, die "widerstandsfähige Lebensweisen fördert, ohne ins Paternalistische zu kippen" (S. 156), werden auch neue Ansätze wie eine Bürgerversicherung, ein bedingungsloses Grundeinkommen sowie die negative Einkommensteuer erörtert. Nach Einschätzung der Autorinnen und Autoren notwendige Ansätze, die von der Erwerbszentrierung der Sozialsysteme wegführen. Im Kontext von Nachhaltigkeit werden auch die Postwachstumsbewegung (exemplarisch Sommer/Welzer, Seidl/Zahrndt), der Konvivialismus (Manifest für eine "neue Kunst des Zusammenlebens", S. 211) sowie die Gemeinwohlökonomie (Felber, "trotz aller anregenden Gedanken (noch) keine Realutopie", S. 222) behandelt. Der Fokus - das ist eine der Stärken des Buches - liegt auf den möglichen Transformationswegen im Dreieck zwischen Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft sowie der Balance zwischen Eigeninteresse und Gemeinwohl bzw. Reziprozität.

Gute Zusammenschau über Neuansätze

Kubon-Gilke und Maier-Rigaud geben eine gute Zusammenschau über unterschiedliche Neuansätze, sie halten sich mit eigenen Wertungen zurück, zitieren vielmehr Pro-Contra-Stimmen aus der wissenschaftlichen Literatur, überprüfen die Modelle jedoch an ihren Kriterien, der Wünschbarkeit, Gangbarkeit und Erreichbarkeit. Deutlich wird, dass geschlossene, revolutionäre Utopien weitgehend passé sind, schrittweise Umgestaltungen überwiegen, was diese von bisherigen Reformen lediglich durch die Tiefe der Eingriffe unterscheidet. Was wohl mit dem von Claus Offe zitierten Befund zusammenhängt, dass der Sozialstaat wohl ein Korrektiv zur typisch kapitalistischen Wirtschaftsstruktur sei, gleichzeitig aber auch von dessen Funktionieren abhänge: "Sozialstaat und Kapitalismus gingen sozusagen ein symbiotisches Verhältnis ein." (S. 154). Auffallend an den Befunden bleibt freilich, dass Politik als Gestalterin des Staates zwar erwähnt wird, die Rolle politischer Parteien oder auch der Gewerkschaften aber kaum benannt wird. Vielmehr gibt der Band einen exzellenten Einblick in die aktuellen sozialwissenschaftlichen Konzepte zur Umgestaltung der Sozialpolitik."




the authors
Prof. Dr. Gisela Kubon-Gilke
Gisela Kubon-Gilke Professorin für Ökonomie und Sozialpolitik an der Evangelischen Hochschule Darmstadt. [more titles]
Prof. Dr.  Remi Maier-Rigaud
Remi Maier-Rigaud Professur für Sozialpolitik am Fachbereich Sozialpolitik und Soziale Sicherung und Studiengangsleiter BA 'Nachhaltige Sozialpolitik' an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
known reviews by the publisher
  • "exzellenter Einblick in die aktuellen sozialwissenschaftlichen Konzepte zur Umgestaltung der Sozialpolitik.
    Pro Zukunft 4/2020, S. 12 more...
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