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Zeitenwende?

Zur Dialektik von sozialer und ökologischer Gerechtigkeit

238 pages ·  19.80 EUR (incl. VAT and Free shipping)
ISBN 978-3-7316-1445-6 (11. November 2020 )

 
lieferbar in stock

 
 

Die sozialen und ökologischen Probleme, denen wir im 21. Jahrhundert begegnen, sind in ihrer Brisanz und Komplexität nicht erst aufgrund der Covid-19-Pandemie einzigartig. Sie erfordern ein neues, bewusstes Anerkennen, dass Mensch und Menschheit eine entscheidende Rolle in ihnen spielen, und sie fordern unsere Entschlossenheit, den Wandel gemeinsam zu bewältigen und zu gestalten. Erhalten werden kann unser Planet nur dann, wenn wir die beiden großen Themen der Zukunft, nämlich die Frage nach der sozialen und der ökologischen Gerechtigkeit, miteinander vereinen.

Der vorliegende Band widmet sich dieser Vereinigung auf ebenso vielfältige wie ganzheitliche Weise. Er blickt auf den Zusammenhang zwischen Ökologie und Sozialem und erforscht ihn aus verschiedenen Perspektiven: Philosophie, Politische Theorie, Politikwissenschaft, Ökonomie, Kommunikationsforschung und aus der zivilgesellschaftlichen Sicht der Bürgerbewegungen, unter denen vor allem die junge Generation heute aktiv wird und sich für eine Klimagerechtigkeit im sozialen Miteinander engagiert.

Der Band soll ein Bewusstsein für die Komplexität dieser Phänomene schaffen und Mut machen, die "Zeitenwende" gemeinsam anzugehen.

Peter Cornelius Mayer-Tasch
Sozial, ökologisch - und auch noch gerecht? Ein (sehr persönlicher) Rück-, Rund- und Ausblick

Manuel Knoll
Das Gerechte in der Philosophie und die Dialektik von sozialer und ökologischer Gerechtigkeit

Harald Seubert
Oikos und Polis - Zur sozioökologischen Gerechtigkeit aus ganzheitlicher Perspektive

Ulrich Weiß
Billigkeit und Tyrannei der Werte: Zwei dialektische Grenzbereiche von Gerechtigkeit

Franz Kohout
Können wir Ökologie und Soziales versöhnen? Politikwissenschaftliche Überlegungen im Zeichen des Klimawandels

Maria-Elisabeth Stalinski und Nicki K. Weber
Die soziale Bedingtheit des Ökologischen: Vom Ausschluss im Kulturprozess

Monika Csigó
Institutioneller Wandel in Zeiten der ökologischen Krise. Eine ganzheitliche Perspektive

Kurt-Peter Merk
Sozialstaat versus Umweltstaat?!

Franz-Theo Gottwald
Zur Dialektik ökologischer und sozialer Gerechtigkeit. Ein Versuch am Beispiel der Landwirtschaft

Winfried Schulz
Wie es das Klima schließlich auf die politische Agenda schaffte. Der Greta-Effekt und weitere Erklärungen

Severin Böhmer
Zum Potenzial junger sozioökologischer Bewegungen

Linus Pohl und Joana Bayraktar
Kooperation statt Konkurrenz: Die Grünen und Fridays for Future Manfred O. Hinz
Entwicklungsziel "Nachhaltigkeit"! Und Afrika?

Linda Sauer
Die sozioökologischen Bedingungen unserer Zeit und wie wir sie gestalten können. Ein Nachwort

PS 11.12.2020 ()

"Relativ breit ist das Spektrum auch beim Reader, den ich als Orientierungshilfe empfehle: «Zeitenwende? Zur Dialektik von sozialer und ökologischer Gerechtigkeit». Rote und grüne Akzente werden mit unterschiedlichen Gewichtungen gesetzt, und vor allem der Mix der Generationen macht die Lektüre spannend. Zuerst irritiert, dass Basis der Publikation ein Symposium im Frühjahr 2018 ist. Lange her! Es war ein Anlass zum 80. Geburtstag von Peter-Cornelius Mayer-Tasch, der mit gutem Grund als Pionier des Nachdenkens über globale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit gewürdigt wird. 1984 hat der Rechtsphilosoph und Politikwissenschaftler etwa eine Forschungsstelle für Politische Ökologie mitinitiiert. Aber die an den Anfang gestellte Betrachtung zum Kernthema ist «ein (sehr persönlicher) Rück-, Rund- und Ausblick». Er beginnt ohne Umschweife beim Geburtstag, «demselben Tag des Jahres 1938, an dem die Nazistiefel in Österreich einmarschierten, um dort ihr gerechtigkeitsvergessenes und friedloses Treiben fortzusetzen». Ein starkes Zeichen für den Ernst und die Richtung seines späteren Engagements.

Dass die meisten Beiträge in einer Zeit entstanden, als medial «das Bild der besorgt dreinblickenden Greta mit immer dem gleichen Transparent» dominant war und dieses «Millionen von Jugendlichen weltweit» bewegte, sorgt für Schwung. Immer wieder taucht die Symbolfigur auf, nicht nur bei Kommunikationswissenschaftler Schulz, der analysiert, «wie es das Klima schliesslich auf die politische Agenda schaffte». Zu spät?

Krankheiten schwelten oft so lange, dass eine Therapie unmöglich werde, stellt Harald Seubert nicht als Mediziner, sondern als mit Philosophie und Theologie befasster Professor fest. Erst nach langem Verdrängen und Verzögern, wenn überhaupt, nähmen sich «Mandatsträger oder Lobbyisten ihrer an. Zu spät gekommene Ärzte». Teils wurden die Texte im Schatten von Corona ergänzt. In einem «Postskriptum» vom August 2020 steht, vereinzelt sei zwar «der Zusammenhang zwischen Umweltzerstörung, Klimawandel und Pandemie» gesehen worden, etwa in Verlautbarungen der Vereinten Nationen, aber er sei «zu komplex, um breitere öffentliche Aufmerksamkeit zu erhalten». Wie wirkt die jüngste Krise fort?




the editors
Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald
Franz-Theo Gottwald Dipl. Theologe, Organisations- und Politikberater, Stiftungsexperte, Publizist und Autor von Fachpublikationen in den Bereichen Ethik, Nachhaltige Entwicklung, ökologische Agrar- und Ernährungskultur sowie Bewusstseins- und Zukunftsforschung. 1988-2020: Vorstand der Schweisfurth Stiftung für nachhaltige Agrar- und Ernährungswirtschaft. Seit 2010: Vorsitzender des Vereins Kulinarisches Erbe Bayern. Er forscht und lehrt als Honorarprofessor für Agrar-, Ernährungs- und Umweltethik an der HU Berlin und ist Mitglied zahlreicher Fachorganisationen in Wissenschaft und ökologischer Praxis. [more titles]
Prof. Dr. Peter Cornelius Mayer-Tasch
Peter Cornelius Mayer-Tasch seit 1971 Professor für Politikwissenschaft und Rechtstheorie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1984 Gründung der Forschungsstelle für Politische Ökologie. 1998-2010 Prorektor und dann Rektor der Münchner Hochschule für Politik. [more titles]
Dr. Linda Sauer
Linda Sauer Politikwissenschaftlerin, forscht und lehrt an der Professur für Political Data Science der TU München. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen an der Schnittstelle von Digitalisierung, Politischer Theorie und Sozialphilosophie sowie in den Bereichen politische Radikalisierung und digitale Öffentlichkeit. Sie ist Mitarbeiterin am IHRA-Forschungsprojekt gegen Antisemitismus an Schulen und Hochschulen.
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